Berufsvorbereitung und Berufsorientierung

Sieben Träger der freien Jugendberufshilfe haben sich zu einem Verbund zusammengeschlossen, um jungen Menschen jugendgerecht durch die berufliche Orientierung zu begleiten. Der Verbund ermöglicht jungen Menschen ein breites Wunsch-und Wahlrecht, weil wir zusammen Orientierungsmöglichkeiten in 8 Berufsfeldern mit 17 Ausbildungsberufen anbieten.

Tischlerei

Tischler/innen stellen Möbel, Spiel- und Sportgeräte, Fenster und Türen, aber auch Messe- und Ladeneinrichtungen meist in Einzel – und Kleinserienfertigung her.

Bootsbauerei

Bootsbauer/innen arbeiten in den Bereichen Neubau, Umbau, Ausbau und Reparatur von Yachten und Booten und leisten den branchenüblichen Service.

Teilzeit

Junge Mütter zwischen 16 und 27 Jahren können hier sowohl berufsorientierende und berufsvorbereitende, als auch die Ausbildung in 30 Wochenstunden (Teilzeit) machen.

Die Orientierung oder Berufsvorbereitung bietet  nach dem Besuch der allgemein bildenden Schule die getroffene Berufswahlentscheidung zu überprüfen und den Einstieg in Ausbildung und Beruf zu erleichtern. Die Berufsvorbereitung unterstützt fachlich und pädagogisch den Weg in die Ausbildungsreife.

LiSA e.V. bietet die Berufsfelder Bootsbau und Tischlerei an. Hier haben junge Menschen die Möglichkeit in dem gewählten Berufsfeld erste Erfahrungen zu sammeln, fehlendes schulisches Wissen aufzuarbeiten und eine endgültige Entscheidung über ihren weiteren beruflichen Werdegang zu treffen.

Im Werkstattbereich vermitteln wir fachpraktische Grundkenntnisse und Fertigkeiten bei der Ver- und Bearbeitung von Holz, Kunststoff und Metall. Begleitend bieten wir Stütz– und Förderunterricht an, in dem vor allem Wissenslücken aus der allgemein bildenden Schule geschlossen werden können. Im Hinblick auf eine handwerkliche Ausbildung legen wir besondere Aufmerksamkeit auf die Verbesserung der mathematisch-naturwissenschaftlichen und sprachlichen Kompetenzen. Dabei achten wir auf  eine enge Verzahnung von Werkstattarbeit und Förderunterricht.

Außerdem bieten wir eine sozialpädagogische Begleitung. Die jungen Menschen werden bei der Bewältigung von Problemen im Lebensumfeld, bei der Gewöhnung an eine Tagesstruktur, bei der Entwicklung von Motivation und der Fähigkeit zur Selbsteinschätzung unterstützt. Der ganze Mensch mit seinen Stärken und Fähigkeiten steht bei uns im Mittelpunkt.

Entsprechend der individuellen Voraussetzungen der jungen Menschen dauert die Berufsorientierung, sowie Berufsvorbereitung 6-12 Monate. Der Einstieg ist jederzeit möglich. Beides kann auch in Teilzeit erfolgen.

Konzept 

LiSA e.V. bietet 30 Ausbildungsplätze im Rahmen der Benachteiligtenförderung – SGB II, SGB III, SGB VIII – insbesondere für junge Frauen und junge Mütter im Alter zwischen 16 und 27 Jahren aus sozial benachteiligten und individuell beeinträchtigten Lebenslagen. Sie können aufgrund ihres familiären und sozialen Umfeldes, ihrer kulturellen Herkunft oder ihrer ökonomischen Situation Beeinträchtigungen erfahren haben. Mit sozialpädagogischer Unterstützung werden die oft negativen Lern- und Schulerfahrungen und Probleme in ihrer persönlichen Entwicklung in Angriff genommen .

Unser Ziel ist es, die jungen Menschen zum der Abschluss der Berufsausbildung vor der Handwerkskammer bzw. Innung mit dem Gesellenbrief zu bringen, als ein Baustein für eine selbständige Lebensführung und die ganzheitliche Entwicklung ihrer Persönlichkeit.

Unser Ausbildungsteam, bestehend aus Ausbildungsmeister/innen, Sozialpädagoginnen und Stütz- und Förderlehrer/innen setzt an den Stärken und Kompetenzen der jungen Menschen an. Mit einem ganzheitlichen Ansatz bauen wir die vorhandenen Fähigkeiten und Ressourcen des Einzelnen weiter aus und berücksichtigen immer die gesamte Lebenssituation der jungen Menschen. Die Auszubildenden werden im Rahmen einer individuellen Förderplanung in ihrer gesamten Persönlichkeitsentwicklung unterstützt und erhalten Hilfe zur Selbsthilfe.

Bestandteil der Ausbildungen ist der projektinterne Stütz- und Förderunterricht. Im Rahmen einer individuellen Förderung in Kleingruppen oder im Einzelunterricht werden schulische Defizite aufgearbeitet und Lernblockaden gelöst. 

Der Unterricht wird handlungsorientiert gestaltet und mit dem Ausbildungsalltag der Werkstatt und den Anforderungen in der Berufsschule verknüpft, so dass die Kompetenzen für ein selbstgesteuertes Lernen verbessert werden. Eine intensive, individuelle Prüfungsvorbereitung ist Teil unseres Förderkonzeptes. Die sozialpädagogische Begleitung zielt darauf, die jungen Menschen zu einem persönlichen und beruflichen Leben in eigener Verantwortung und zu einer selbständigen Lebensplanung zu befähigen.

Die jungen Menschen werden bei der Bewältigung von individuellen Problemen, Konflikten und in Krisensituationen im Alltag und im Beruf unterstützt. Sie erlernen Lösungsstrategien und entwickeln dabei persönliche und soziale Kompetenzen. Die individuelle sozialpädagogische Unterstützung wird durch gruppenpädagogische Angebote ergänzt.

Tischlerei – Ausbildung zur Tischlerin

  • Ausbildungszeit 36 Monate; in Teilzeit 42 Monate
  • Start jeweils der 1. September
  • Ausbildungsvergütung: entsprechend der außerbetrieblichen Ausbildungsvergütung
  • Zugangsberechtigungen: Interesse und Engagement für den Beruf
  • Sozialpädagogische Unterstützung
  • Förderunterricht

Tischler/innen stellen Möbel, Spiel- und Sportgeräte, Fenster und Türen, aber auch Messe- und Ladeneinrichtungen meist in Einzel – und Kleinserienfertigung her. Dabei be- und verarbeiten sie Holz und Holzwerkstoffe, aber auch Kunststoff, Glas und Metall mit einer Vielzahl unterschiedlicher Techniken. Sie halten diese Erzeugnisse instand und restaurieren Antiquitäten.

Mögliche Einsatzgebiete sind Möbelwerkstätten, im Innenausbau, in Museen, im Bühnenbau, im Bereich der Restauration, der Möbelplanung und dem Verkauf von Werkstoffen und Beschlägen.

Interessent/innen für eine Ausbildung zum/r Tischler/in sollten mitbringen:

  • Vorliebe für die Arbeit mit natürlichen Materialien
  • Neigung zu handwerklicher Tätigkeit mit gestaltenden Anteilen
  • Handgeschicklichkeit, Fingerfertigkeit, Kreativität
  • Technisches Verständnis, räumliches Vorstellungsvermögen
  • Bereitschaft zu körperlicher Tätigkeit, die mit Lärm und Staub verbunden sein kann
  • Bereitschaft zur Arbeit mit Maschinen
  • Bereitschaft und Fähigkeit zur Teamarbeit
  • Die Lehre im Tischlerhandwerk ist ein dualer Ausbildungsgang.
  • Die Berufsausbildungszeit beträgt 36 Monate und wird mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer Berlin abgeschlossen.
  • Die Berufsausbildung kann am 01.09. jeden Jahres aufgenommen werden.
  • Die Auszubildenden erhalten eine Ausbildungsvergütung, die dem in Berlin üblichen Tarif in außerbetrieblichen Berufsausbildungen entspricht.

Praxis

Die praktische Berufsausbildung findet in unseren Werkstatträumen in Berlin – Tempelhof an 3 bis 4 Tagen in der Woche statt. Sie wird durch betriebliche Ausbildungsphasen in Wirtschaftsbetrieben ergänzt.Überbetriebliche Unterweisungen werden vom Bildungs- und Innovationszentrum der Handwerkskammer Berlin zum Arbeiten an Holzbearbeitungsmaschinen und zur Oberflächenbehandlung durchgeführt.

Theorie

Der Berufsschulunterricht wird am OSZ Holztechnik Berlin an 1 bis 2 Tagen in der Woche erteilt. Begleitet wird dieser durch projektinternen Stütz- und Förderunterricht.

Sozialpädagogische Begleitung

Die Ausbildung wird ergänzt durch individuelle sozialpädagogische Beratung und Unterstützung zur Bewältigung des persönlichen und beruflichen Alltags.

Bootsbauerei

  • Ausbildungszeit 42 Monate; in Teilzeit 48 Monate
  • Start jeweils der 1.September
  • Ausbildungsvergütung: entsprechend der außerbetrieblichen Ausbildungsvergütung
  • Zugangsberechtigungen: Interesse und Engagement für den Beruf
  • Sozialpädagogische Unterstützung
  • Förderunterricht

Bootsbauer/innen arbeiten in den Bereichen Neubau, Umbau, Ausbau und Reparatur von Yachten und Booten und leisten den branchenüblichen Service. Dabei handelt es sich um Yacht- und Bootstypen in Holz-, Kunststoff-, Stahl und Aluminiumbauweise oder in einer Materialkombination. Sie führen ihre Arbeiten zum Beispiel in Werkstätten, in Werk- und Winterlagerhallen und in Außenanlagen von Werften sowie in Bootscentern und in Wassersportvereinen aus.

Im Groß– und Einzelhandel für Sport– und Freizeitboote übernehmen Bootsbauer/innen Aufgaben in den Bereichen Beratung, Verkauf und Reparatur.

Interessent/innen für eine Ausbildung zur Bootsbauer/in sollten mitbringen:

  • Neigung zu handwerklicher Tätigkeit mit künstlerisch – gestaltenden Anteilen
  • Spaß an der Handarbeit und am Umgang mit Werkzeugen und Maschinen
  • technisches Verständnis und räumliches Vorstellungsvermögen
  • Bereitschaft zu körperlicher Tätigkeit, die mit Lärm und Staub verbunden sein kann
  • Interesse am Wassersport, z.B. Segeln, Rudern, Schwimmen
  • Bereitschaft und Fähigkeit zur Teamarbeit
  • Die Ausbildung zum/r Bootsbauer/in ist eine duale Ausbildung, die Ausbildungszeit beträgt 42 Monate und wird mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer Lübeck abgeschlossen. Die Berufsausbildung kann zum 01.09. jeden Jahres aufgenommen werden. Die Auszubildenden erhalten eine Ausbildungsvergütung, die dem in Berlin üblichen Tarif in überbetrieblichen Ausbildungen entspricht.

Praxis

Die praktische Ausbildung wird in unseren Werkstatträumen in Berlin – Tempelhof durchgeführt und wird durch betriebliche Ausbildungsphasen in Wirtschaftsbetrieben ergänzt. LiSA e.V. hat dazu in den vergangenen Jahren ein stabiles Netzwerk mit Wirtschaftsbetrieben aufgebaut.

Theorie

Der Berufsschulunterricht findet in der Berufsschule der Handwerkskammer Lübeck – Travemünde als Blockunterricht statt. Insgesamt absolvieren die Auszubildenden 10 Blöcke á 4 Wochen.Der Unterrichtsstoff ist in 12 Lernfelder unterteilt, in die überbetriebliche Unterweisungen, wie der Erwerb des Maschinenscheins, integriert sind.

In der Regel sind unsere Auszubildenden im angeschlossenen Internat untergebracht.

Der Berufsschulunterricht wird durch einen projektinternen Stütz- und Förderunterricht in Berlin begleitet.

Sozialpädagogische Begleitung

Die Ausbildung wird ergänzt durch individuelle sozialpädagogische Beratung und Unterstützung bei der Bewältigung des persönlichen und beruflichen Alltags.

Besonderheit

Um den Auszubildenden die Integration in den ersten Arbeitsmarkt nach Abschluss der Ausbildung zu erleichtern, können sie im Rahmen der Ausbildung den Sportbootführerschein Binnen für Motor- und Segelboote erwerben.

Teilzeit

„Zukunft für 2“- Berufsausbildung in Teilzeit für junge Mütter und Väter

Seit 2006 bietet LiSA e.V. seine beruflichen Angebote in Teilzeit an. Junge Mütter zwischen 16 und 27 Jahren können hier sowohl berufsorientierende und berufsvorbereitende, als auch die Ausbildung in 30 Wochenstunden (Teilzeit) machen. Dadurch verlängert sich die reguläre Ausbildungszeit um ein halbes Jahr, in der Tischlerei von 3 auf 3,5 Jahre und im Bootsbau von 3,5 auf 4 Jahre.

Eine Ausbildung zur Bootsbauerin in Teilzeit ist nur möglich, wenn während des Blockberufsschulunterrichtes in Travemünde die Betreuung des Kindes in Berlin gesichert ist. Die jungen Mütter werden während der Ausbildung individuell sozialpädagogisch beraten und begleitet und erhalten Unterstützung bei der Bewältigung der Vereinbarkeit von Ausbildung und Familie. Der meist längere zeitliche Abstand zur Regelschule oder Lernschwierigkeiten werden durch projektinternen Stütz- und Förderunterricht aufgefangen.

Der Einstieg in die Teilzeitausbildung ist möglich für junge Mütter, die im ALG II-Bezug (SGB II) sind und eine Förderung durch ihr Jobcenter erhalten.

Vor dem Ausbildungsbeginn im September wird ab März jeden Jahres eine Eingangsphase, bestehend aus einem Assessment, Schnuppertagen, Bewerbungswochen und einer vierwöchigen Berufsvorbereitung in acht verschiedenen Berufen angeboten. Diese wird von unserem Kooperationspartner LIFE e.V. durchgeführt.

Eine weitere Fördermöglichkeit besteht durch die Berliner Jugendämter im Rahmen der Jugendberufshilfe (SGB VIII). Die Teilzeitberufsausbildung ist ein Angebot des Projektverbundes LiLA, ein Zusammenschluss der drei Ausbildungsträger LiSA e.V., LIFE e.V. und AKC e.V. in Kooperation mit „Mütter Lernen“ vom EJF gAG. Sie entstand in Kooperation mit dem Jobcenter Tempelhof – Schöneberg als Modellprojekt „Zukunft für 2“ im Sommer 2006 und wird seitdem weitergeführt.

Kontaktieren Sie uns.

Sie haben eine Frage oder ein Anliegen? Sagen Sie uns, wie wir Ihnen helfen können. Sprechen Sie uns an. Gerne klären wir Ihr individuelles Anliegen.

Jetzt kontaktieren
skip_previous